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Dubai Immobilie kaufen: Die drei Fragen vor dem Projekt, die echte Beratung vom Makler-Pitch trennen

Bevor du auch nur ein Exposé siehst, sollte ein Berater drei Dinge über dich wissen. Wer das überspringt, optimiert nicht für dich.

Savvas Kyritsis·14.11.2025·6 Min. Lesezeit

Du meldest dich bei einer Agentur, und innerhalb von zwei Stunden liegen drei Broschüren in deiner Inbox. Das ist kein schlechter Service. Es ist die falsche Reihenfolge. Ein seriöser Berater stellt drei Fragen vor dem Projekt: Was soll dieses Kapital für dich tun? Wie sieht deine Liquidität wirklich aus? Und wie behandelt dein Heimatland die Einkünfte steuerlich? Diese drei Fragen sind kein Gesprächsritual. Sie sind der Unterschied zwischen einer Entscheidung, die zu deiner Situation passt, und einer, die zur Provision deines Beraters passt.

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Diagnose vor Behandlung: Reihenfolge bestimmt Ergebnis

Provisionsgetriebene Vertriebsorganisationen haben einen systemischen Anreiz, schnell zum Abschluss zu kommen. Das ist keine Kritik an einzelnen Personen, sondern eine Beschreibung von Strukturen. Wenn die Vergütung am Abschluss hängt, hängt die Energie am Abschluss.

Das Problem dabei: Eine Immobilie in Dubai ist kein Sparprodukt mit Einheitsrendite. Sie ist ein Instrument, das zu deinem Kapital, deiner Liquiditätsplanung, deinem Zeithorizont und deiner steuerlichen Lage in Deutschland, Österreich oder der Schweiz passen muss. Wer diesen Schritt überspringt, kauft möglicherweise das falsche Objekt zum richtigen Preis, oder das richtige Objekt zur falschen Zeit.

Die drei Fragen, die ein guter Berater stellt, verraten dir in den ersten zehn Minuten, mit wem du es zu tun hast.

Reihenfolge: Diagnose vor Behandlung. Strategie vor Produkt. Wer dir ein Exposé zeigt, bevor er deine Situation kennt, optimiert nicht für dich.

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Frage 1: Was soll dieses Kapital für dich leisten

Das klingt selbstverständlich. Es wird trotzdem erschreckend selten wirklich gefragt. Geht es dir um laufenden Cashflow aus Mieteinnahmen? Um Wertsteigerung über fünf bis zehn Jahre? Um Diversifikation weg vom Euro und weg vom deutschen Immobilienmarkt? Um einen Golden-Visa-Pfad? Oder um eine Basis für längere Aufenthalte in Dubai?

Jede dieser Antworten führt zu fundamental anderen Strategien und anderen Projekttypen. Wer Cashflow will, schaut auf Objekte mit nachgewiesener Vermietbarkeit in Lagen mit hoher Mietnachfrage und stabilen Renditen. Wer Wertsteigerung will, denkt in Entwicklungskorridoren, Infrastrukturinvestitionen und Bauträgerpipeline. Wer Diversifikation will, bewertet Währungsrisiko, Marktzyklus und politische Stabilität anders als jemand mit einem konkreten Nutzungsziel.

Ein Berater, der diese Frage nicht explizit stellt, kann dir per Definition keine passende Empfehlung geben. Er kann dir nur zeigen, was gerade verfügbar ist.

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Frage 2: Wie stabil ist deine Liquidität in der Bauzeit

Dubai-Immobilien werden häufig über Bauträger-Zahlungspläne finanziert. Du zahlst während der Bauphase in Raten, der Rest bei Übergabe oder in einem vereinbarten Post-Handover-Fenster. Die Frage, die ein seriöser Berater stellt, lautet nicht 'Wie viel willst du investieren?' sondern 'Was passiert bei dir finanziell, wenn sich die Übergabe um zwölf Monate verschiebt oder wenn du das Kapital früher brauchst als geplant?'

Das ist keine theoretische Vorsichtsmaßnahme. Verzögerungen bei Bauprojekten kommen vor. Das UAE-Immobilienrecht regelt den Käuferschutz über das Treuhandkonten-Gesetz (Law No. 8 of 2007): Alle Käuferzahlungen müssen auf einem separaten, RERA-registrierten Treuhandkonto liegen und dürfen vom Bauträger nur nach verifizierten Baufortschritts-Meilensteinen abgerufen werden. Verzögert sich die Übergabe über die vertraglich vereinbarte Frist hinaus, steht Käufern nach einer Karenzzeit von in der Regel bis zu zwölf Monaten grundsätzlich ein Rückabwicklungsrecht zu. Die konkreten Bedingungen hängen vom jeweiligen Vertrag ab und sollten vor Unterzeichnung geprüft werden.

Wer mit enger Liquiditätsplanung kauft, kann in Situationen geraten, in denen er zu ungünstigem Zeitpunkt verkaufen muss oder Raten aus Quellen bedienen muss, die er nicht eingeplant hatte. Die Frage nach der Liquidität ist keine Bremse. Sie schützt dich davor, ein gutes Investment durch schlechtes Timing zu einem teuren Erlebnis zu machen.

Ein gutes Objekt zur falschen Zeit ist kein gutes Investment. Liquiditätsplanung entscheidet, ob du halten kannst, wenn es darauf ankommt.

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Frage 3: Wie ist deine Steuerlage zu Hause

Dubai selbst erhebt keine Einkommensteuer und keine Kapitalertragsteuer auf Immobiliengewinne für Privatpersonen. Das ist bekannt und richtig. Was deutlich seltener besprochen wird: Wie Mieteinnahmen und ein späterer Verkaufsgewinn in Deutschland, Österreich oder der Schweiz behandelt werden, hängt von deiner persönlichen Steuersituation, deinem Wohnsitzstatus und der konkreten Konstruktion deines Investments ab.

Die Ausgangslage unterscheidet sich je nach Heimatland erheblich. Deutschland hat sein Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE zum 31. Dezember 2021 gekündigt; seit dem 1. Januar 2022 gibt es kein Abkommen mehr. Deutsche Steuerpflichtige, die in Dubai Mieteinnahmen erzielen oder eine Immobilie dort verkaufen, unterliegen damit grundsätzlich der deutschen Einkommensteuer auf diese Einkünfte, da die VAE selbst keine Steuer erheben und eine Anrechnung entfällt. Österreich und die Schweiz haben jeweils aktive, zuletzt aktualisierte Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE, die eigene Regelungen für Immobilieneinkünfte enthalten. Wer als GmbH-Gesellschafter kauft, als Privatperson, mit Wohnsitzverlagerung oder ohne: Alle befinden sich in unterschiedlichen Ausgangssituationen. Für steuerrechtliche Tiefe brauchst du spezialisierte Beratung, zum Beispiel über Partner wie TME Legal. Das ist keine Absicherungsformel, sondern eine echte Arbeitsteilung.

Ein Berater, der die steuerliche Frage mit 'Dubai ist steuerfrei' beantwortet und damit schließt, gibt dir eine halbe Antwort. Die andere Hälfte entscheidet sich in deinem Heimatland.

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Erst wenn diese drei Punkte klar sind, ergibt Projektauswahl Sinn

Der Markt in Dubai bietet aktuell eine breite Auswahl an Bauträgern, Lagen, Übergabeterminen und Preissegmenten. Das Dubai Land Department verzeichnete allein im ersten Quartal 2026 über 60.000 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund AED 252 Milliarden, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Bandbreite ist hilfreich, wenn du weißt, was du suchst. Sie überfordert und kostet dich Kapital, wenn du sie ohne klaren Rahmen betrittst.

In der Praxis sieht ein strukturiertes Erstgespräch so aus: Der Berater hört zu, fragt nach, stellt die drei Fragen in unterschiedlichen Formulierungen und entwickelt daraus ein klares Bild deiner Situation. Dann, und erst dann, beginnt die Projektauswahl. Manchmal lautet das Ergebnis auch: Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Oder: Eine andere Struktur ist hier sinnvoller als Dubai.

Das ist keine Niederlage für den Berater. Es ist seine Aufgabe.

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Woran du erkennst: Beratung oder Verkaufsgespräch

Du musst kein Marktexperte sein, um den Unterschied zu erkennen. Stellt dein Gesprächspartner mehr Fragen als du? Hört er zu, bevor er spricht? Nennt er Risiken aktiv, bevor du nachfragst? Sagt er dir offen, was er nicht weiß, und verweist dich an jemanden, der es weiß? Gibt er auf Nachfrage Referenzkunden raus?

Das sind keine romantischen Qualitäten. Das ist berufliche Hygiene. Ein Berater, der Risiken erst auf Nachfrage nennt, arbeitet nicht für dich.

Gute Dubai-Immobilien-Beratung beginnt mit dem Eingeständnis, dass nicht jede Immobilie für jeden Investor passt und nicht jeder Investor zum richtigen Zeitpunkt kauft. Wer das von Beginn an klar ausspricht, verdient das Vertrauen für den Rest des Gesprächs.

Wer Risiken erst nennt, wenn du nachfragst, arbeitet nicht für dich.

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Was das für deinen nächsten Schritt bedeutet

Wenn du am Anfang stehst und dich fragst, ob Dubai für dich das richtige Instrument ist: Lass dich nicht von Broschüren führen. Kläre zuerst die drei Dimensionen, Kapitalziel, Liquidität, steuerliche Ausgangslage. Dann ergibt die Projektauswahl einen konkreten Sinn.

Wenn du bereits konkrete Objekte evaluierst: Prüfe rückwirkend, ob diese drei Fragen in deiner bisherigen Beratung explizit beantwortet wurden. Wenn nicht, ist das kein Grund zur Panik, aber ein Grund, diese Lücken zu schließen, bevor du unterschreibst.

Ein Gespräch, das mit deiner Situation beginnt, nicht mit einer Projektliste, ist der einzige sinnvolle Einstieg. Wenn du bereit bist, diese drei Dimensionen zu klären, ist das der richtige Moment für ein Expertengespräch.

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Deine drei Dimensionen klären, bevor das erste Projekt auf den Tisch kommt

Die meisten Gespräche beginnen mit Projekten. Dieses beginnt mit deiner Situation: Kapitalziel, Liquiditätsrahmen, steuerliche Ausgangslage in deinem Heimatland. Erst wenn diese drei Fragen beantwortet sind, ergibt Projektauswahl einen konkreten Sinn.

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Savvas Kyritsis, Geschäftsführer, IMOS Real Estate

Autor

Savvas Kyritsis

Geschäftsführer, IMOS Real Estate · RERA Broker Card 62714

Savvas Kyritsis begleitet deutschsprachige Investoren beim Aufbau von Dubai-Immobilien-Portfolios — mit Fokus auf strategische Vermögensarchitektur statt Einzelverkauf sowie Off-Plan- und Bestandsstrategie für DACH-Investoren.

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Häufige Fragen

Was muss ich wissen, bevor ich eine Dubai Immobilie kaufe?
Drei Fragen solltest du klar beantwortet haben, bevor du ein einziges Projekt siehst: Was soll das Kapital für dich tun, wie stabil ist deine Liquiditätssituation über den Bauzeitraum und wie behandelt dein Heimatland die Einkünfte steuerlich. Erst dann ergibt die Projektauswahl einen konkreten Sinn.
Sind Mieteinnahmen aus Dubai in Deutschland steuerpflichtig?
Ja, für in Deutschland ansässige Steuerpflichtige grundsätzlich schon. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE ist zum 31. Dezember 2021 ausgelaufen und wurde nicht erneuert. Seit dem 1. Januar 2022 gilt das deutsche Welteinkommensprinzip ohne Abkommensschutz, das heißt Mieteinnahmen und Veräußerungsgewinne aus Dubai sind grundsätzlich in Deutschland zu versteuern. Da die VAE selbst keine Steuer erheben, entfällt eine Anrechnung. Österreich und die Schweiz haben jeweils eigene, aktive Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE. Für eine belastbare Einschätzung deiner konkreten Situation brauchst du spezialisierte Steuerberatung.
Wie erkenne ich, ob ein Dubai-Berater seriös arbeitet?
Ein seriöser Berater stellt zuerst Fragen zu deiner Situation und nennt Risiken aktiv, bevor du nachfragst. Wer sofort Projekte zeigt, ohne deine Ausgangslage zu kennen, arbeitet als Vertrieb, nicht als Berater.
Was passiert, wenn sich ein Bauprojekt in Dubai verzögert?
Verzögerungen kommen vor. Das UAE-Treuhandkonten-Gesetz (Law No. 8 of 2007) schreibt vor, dass alle Käuferzahlungen auf einem separaten, RERA-registrierten Konto gehalten werden und der Bauträger nur nach verifizierten Meilensteinen Zugriff erhält. Überschreitet eine Verzögerung die vertraglich vereinbarte Karenzzeit von in der Regel bis zu zwölf Monaten, stehen Käufern grundsätzlich Rückabwicklungsrechte zu. Die konkreten Bedingungen hängen vom jeweiligen Vertrag ab. Ein seriöser Berater klärt deine Liquiditätssituation im Vorfeld, damit du nicht in Zeitdruck gerätst, und erklärt dir die Vertragsklauseln vor Unterzeichnung.